Der erste Schritt ist getan, ich bin in Valencia angekommen! Nach ein paar entspannenden Tagen Urlaub mit Lauri hier in Spananien beginnt für mich nun der „Ernst des Erasmuslebens“. Dazu später mehr. Ersteinmal die ersten Tage in Wort und Bild:
Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug konnte man die Temperatur erahnen, die man im August in Mittelspanien erwartet. Auch die Koffer kamen mit, die ersten zwei Wochen waren also gesichert. Mit Txomin, einem hier wohnenden Bekannten von mir, hatte ich abgemacht, dass ich die erste Zeit meines Auslandjahres bei ihm wohnen kann. Zurzeit besucht er grade seine Freundin in der Türkei und daher warteten die Schlüssel zu seiner Wohnung bei Txomins Schwester, die im Zentrum der Stadt wohnt. Mit der Metro dort angekommen, erklomm ich bei rund 33° C den dritten Stock und kam oben entsprechend fließend an, während Lauri unten mit den zwei vollen Koffern wartete. Herzlich spanisch (Küsschen links, Küsschen rechts, KEIN Küsschen wieder links [das machen nur die Franzosen]) wurde ich begrüßt und hielt sofort die Schlüssel in der Hand. Noch bevor ich überhaupt irgendwelche Spanischbrocken stammeln konnte, wurde mir vermittelt, dass Zuriñe und ihr Freund Alberto Lauri und mich mit dem Auto zu Txomins Wohnung fahren würden. „Solch ein nettes Angebot muss doch einen Haken haben“, dachte ich zunächst. Doch abgesehen von dem ca 45° C warmen Autoinneren irrte ich mich. Die beiden waren und sind einfach nur nett. In der Wohnung angekommen wurden Lauri und ich noch zum Essen am kommenden Montag eingeladen.
Nachdem wir die Wohnung erkundet hatten ging es ans Koffer und Rucksack auspacken. Beim Packen in Hannover fiel mir zuletzt noch mein Haarschampoo in die Finger, dass ich dort schnell in den Rucksack stopfte. Noch vor dem Abflug hatte ich den Geistesblitz, alle Flüssigkeiten lieber in den Koffer zu räumen… Natürlich ohne Plastiktüte. Und natürlich erwarteten mich nun komplett eingeseifte Kleidungssttücke in Txomins Wohnung. Meine erste ungeplante Handlung in Spanien war also, fast alle meine Kleidung vom Shampoo zu befreien…
Die beiden folgenden Tage fanden fast ausschließlich am Strand statt. Angenehm fallen hier die fehlenden Pauschaltouristen auf. Keine Alkoholexzesse, keine lauten Ghettoblaster… Einfach nur sich sonnende und entspannende Spanier, garniert mit ein paar wenigen Touristen. Das Meer ist wirklich sehr warm, man könnte den ganzen Tag drin baden. Die Sonne hatte und hat es aber so richtig in sich weswegen Lauri und ich beschlossen, einen Sonnenschirm zu kaufen. Für 7€ gab es einen bei einem der typischen Strandhändler auf der Strandpromenade. Am ersten Tag verrichtete er sehr zuverlässig seinen Dienst. Am zweiten Tag – mit einem leichten Wind – versagte er vollständig (siehe Bild).
Das Essen bei Zuriñe und Alberto war wirklich sehr nett. Die Gespräche verliefen zwar meist eher einseitig, aber immerhin fast vollständig auf spanisch. Spanier zu Fremdsprache verhält sich nämlich in etwa so wie spanischer August zu Wintermantel. Aber mit ein paar Nachfragen zwischendurch und geduldigem Erklären konnten Lauri und ich dem roten Faden gut folgen. Das Essen bestand aus den typischen spanischen Tapas (Wurst, Käse, Suppe, Brot), dazu wurde baskischer Sidre, sowie Wasser und Wein getrunken. Als ersten Kontakt in einer neuen Stadt könnte ich mir kaum nettere Menschen als Zuriñe und Alberto vorstellen!
Ein weiteres persönliches Highlight bisher ist mein spanisches Handy! Damit kann ich nun günstig SMS in alle Welt verschicken und vor allem in Spanien wesentlich günstiger telefonieren, als mit dem deutschen Handy. Aber SMS empfangen kann ich auch weiterhin auf der alten Nummer!
Nachdem ich Lauri vorhin zum Bahnhof brachte beginnt morgen für mich der „ernstere Teil“. Ich suche mir eine WG. Auf der Uni-Seite der UPV gibt es ein entsprechendes Forum, wo ich mir einige Nummern herausgesucht habe, die ich dann mal abtelefonieren werde. Wo ich dann letztendlich lande, werde ich im nächsten Eintrag berichten!