Zu viert (Lucie, Louisa, Martin und ich) leihten wir uns ein Auto für vier Tage und brachen in den hohen Norden von Spanien auf. Im Vorfeld hatte ich schon die Unterkünfte gebucht und so hatten wir nur diese Fixpunkte im Plan. Ansonsten haben wir uns einfach treiben lassen. Einen Tag zuvor haben wir uns auf die Ungefähre Route geeinigt. Sie führte von Valencia nach Zaragoza und weiter nach Ainsa. Von dort, am zweiten Tag dann, sollte es weitergehen nach Pamplona und als letzte Station San Sebastian. Extra für die Tour hat Martin noch das offizielle Kartenwerk gekauft und auf diesem habe ich eine “Abkürzung” zwischen Valencia und Zaragoza gefunden. Diese “Abkürzung” erwies sich jedoch als landschaftlich wunderschön aufgrund der Berge… Dementsprechend lange brauchten wir. Aber, wir sind ja im Erasmusjahr und da ist die Zeitkomponente sehr sehr unwichtig. Nachdem wir aus den ersten Bergen (wo es bereits spürbar kälter war) wieder rauskamen, blieben wir auf den kostenlosen Schnellstraßen und erreichten zügig die erste ungeplante Zwischenstation: Teruell. Dort gab es einen Markt und wir haben Obst in Hülle und Fülle gekauft. Es gab schon Mandarinen, die jedoch noch erfrischend sauer waren. Aber bei dem Wetter genau das Richtige! Nach zwei Portionen Chocolate con Churros ging die Fahrt Richtung Norden weiter. In Zaragoza wurde grade alles für das Pilar-Fest vorbereitet und man konnte schon ahnen, dass es große Ausmaße annehmen würde. Wir besichtigten ebenfalls die namensgebene Kathedrale und genossen einen Cortado oder auch ein Stück Schokokuchen (oder einen Toast
) in der Sonne. Währenddesen stand unser Auto übrigens in einer Tiefgarage wo minutengenau abgerechnet wird. Eine Minute kostet 4cent, wenn ich mich noch richtig erinnere. Da fällt es teilweise schwer, die Ruhe in der Sonne zu genießen. Aaaber, es ist ja Erasmusjahr
Weiter ging es über Huesca nach Ainsa, einem kleinen verträumten Dörfchen in den Pyrinäen. Ainsa teilt sich in einen alten Teil auf einem Berg und einem neuen Teil direkt an einem großen Stausee. Wir kamen im Dunklen an und waren von der Altstadt oben auf dem Berg begeistert. Es erinnerte mich total ans Mittelalter, was wohl daher kam, dass die meisten Gebäude aus eben dieser Zeit stammen. Zusammen mit der Beleuchtung entstand eine wirklich wunderbare Atmosphäre, die leider nur Lucie im Bild festgehalten hat. Unsere erste Übernachtungsstätte lag sogar mitten in diesen alten Mauern. Zusammen mit zwei Radwanderen teilten wir uns ein Zimmer. Doch vor dem Schlafen gab es noch unsere Hauptspeise der ganzen Tour: Serrano mit Allioli und ein bisschen Brot. Hmm. Dazu ein Glas Rioja (durch die Gegend wir grade noch gefahren sind) und der Tag schloss perfekt ab. Am nächsten Morgen empfing uns ein einzigartiger Ausblick, den wir des Nachts zwar schon erahnt hatten, aber nun im Ganzen genießen konnten. Obwohl wir auch sehr gerne noch ein paar Tage dort hätten bleiben können, lag unser nächstes Ziel vor uns: ein Nationalpark. Nach 30min Fahrt fanden wir ihn und begannen eine Wandertour durch einen riesigen Canyon. Wirklich beeindruckend, wie sich so ein kleiner Gebirgsbach in Jahrmillionen durch den Fels frisst. Das Wasser war kalt, erfrischend und trinkbar. Zum Baden jedoch zu kalt, wobei die Temperaturen im Gebirge auch merkbar kühler waren, als wir es aus Valencia gewohnt waren. Nach der etwa dreistündigen Wanderung ging es weiter in ein kleines Dorf, dessen Name ich schon nicht mehr weiß. Wunderbar ruhig und friedlich scheint es dort zu sein. Aber wenn man mal eben kurz Radieschen kaufen will, muss man bestimmt eine Stunde zum nächsten Supermarkt fahren… Das wäre nichts für mich auf Dauer
Die nächste Nacht verbrachten wir in Pamplona. Das ist die Stadt, wo einige mutige Spanier vor einem wilden Stier herlaufen. Kann man machen, muss man aber nicht, wie ich finde. Das Zimmer teilten wir diesmal mit Julia, einer deutschen, und einem mysteriösen französischem Jakobswanderer. Wir verbrachten den Abend zusammen mit Julia, kochten Spaghetti und gingen noch in die Altstadt auf ein Bier, was in einer Tanzbar endete, wo wir von einem lustigen Argentinier die Grundzüge des Salsas beigebracht bekamen. Am nächsten Tag zogen wir dann das Sightseeing-Programm durch und erkundeten Pamplona. Die Stadt ist wirklich kaum mit den südlicheren Städten zu vergleichen. Auch die Leute sind meiner Meinung nach anders.
Die letzte Station war San Sebastian, eine wirkliche Perle Spaniens! Wunderschöne Straßen mit tausenden Cafés mit wiederum tausenden Tapas auf den Tresen, so wie man sich eine spanische Tapasbar vorstellt. Auch der Hafen ist wunderschön und die Stadt wirklich jeden Besuch wert. Leider wurde hier auch noch unser Auto aufgebrochen, aber nichts entwendet da wir keine Gegenstände drinnen gelassen hatten. Nach einigem hin und her mit der Autovermietung stopften wir einfach ein Handtuch in das zerbrochene Fenster und fuhren mit dem “defekten” Auto wieder nach Valencia.
Bei den Bildern wird auffallen, dass ich nur bis zum Nationalpark und dann wieder das kaputte Auto fotografiert hat. Lucie hatte ebenfalls eine gute Kamera dabei und daher war meine Motivation in Pamplona und San Sebastian nicht groß genug, auch noch zu knipsen. Es ist ja schließlich das Erasmusjahr